Parteien

22.09.2002


Bundestagswahlen 2002, Teil 3

Dauer: 17:29 min

Teil 3: die Regierungserklärung

Während bei sonstigen Wahlen die Sieger schon nach der ersten Hochrechnung feststehen, müssen die Lager bei den Bundestagswahlen 2002 am 22.09.2002 lange warten, bis sie Gewissheit haben: Am Ende steht fest: SPD-Chef und Bundeskanzler Gerhard Schröder kann trotz Verluste seiner Partei die rot-grüne Regierung mit Hilfe der Überhangsmandate fortsetzen. Am Tag nach der Wahl sagte Schröder: "Mehrheit ist Mehrheit, und wenn wir sie haben, werden wir sie auch nutzen. Die Politik des Ausgleichs wird weitergeführt werden."
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22.09.2002


Bundestagswahlen 2002, Teil 3

Dauer: 17:29 min

Am Wahlabend sieht alles zeitweilig noch anders aus. Nach den ersten Hochrechnungen erklärt sich der Kanzlerkandidat der Union Edmund Stoiber zum Gewinner der Wahl. "Ja, ich werde Kanzler", so Stoiber. Zu Parteifreunden rufen er und CDU-Chefin Angela Merkel: "Die Union ist wieder auferstanden." Erst am späten Wahlabend, als der Sieg von Rot-Grün immer wahrscheinlicher wurde, erklärt Stoiber, weiterhin bayerischer Ministerpräsident bleiben zu wollen. Die Freude über das Unions-Ergebnis wolle er sich dennoch nicht nehmen lassen. Auch zeichnet sich ab, dass Friedrich Merz zu Gunsten Angela Merkels den Unions-Fraktionsvorsitz abgegeben wird.

Dagegen setzen SPD-Chef und Bundeskanzler Gerhard Schröder sowie der grüne Spitzenkandidat Joschka Fischer den ganzen Abend durch auf Rot-Grün, sehen sich am Ende bestätigt. Mit dazu beigetragen haben das schlechte Abschneiden der FDP und das Ausscheiden der PDS: Lediglich mit zwei Direktabgeordneten sitzt die PDS noch im Deutschen Bundestag. In der FDP folgen personelle Konsequenzen: Jürgen Möllemann, der zuerst die Kampagne "18 Prozent" und später - kurz vor der Wahl - eine Anti-Israel- und Antisemitismus-Debatte losgetreten hat, tritt von seinem stellvertretenden Parteivorsitz zurück. Der FDP-Vize habe durch seine Äußerungen gegenüber dem Mitglied des Zentralrats der Juden Michel Friedman zum Ergebnis beigetragen, so Parteichef Guido Westerwelle.
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